Ort: Raum404, Nicolaistraße 34/36, 28195 Bremen
Dauer: 16.10.2026 – 05.12.2026
Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag: 16 -19 Uhr, Samstag 14 bis 17 Uhr
Ort: Raum404, Nicolaistraße 34/36, 20195 Bremen
Vernissage 16.10.2026, 19 Uhr, Raum404, Nicolaistraße 34/36:
Filmscreening 07.11., 2026, 19 Uhr, Raum404, Kurzfilme und Dokumentation
LE REPASSAGE, Anne van der Linden, 1999, INTESTINS FRAGILES , Anne van der Linden 2000, LA CITERNE Anne Anne van der Linden 2000, ANNE VANDERLINDEN OU LE VICE SUPRÊME. 2023/10 min.), Louise Costes, PEAU D´ANNE (33 min, 2017), Claude Grunspan. AS GARDENS NEED WALLS (2022,12 min.), Sara Di Pancrazio

Kulturnetz e.V. lädt mit Anne van der Linden die Grand Dame der Französische „Art-Brut“ nach Bremen ein. Die Zuordnung Anne Van der Linden in diesen Bereich ist dem geschuldet, dass sie in ihrer Kunst über die Menschheit spricht, und dabei kein geschöntes idealisiertes Bild zeichnet. Dazu gehört Gewalt, Obszönitäten, Ausbeutung von Macht, Sex und anderes in unserer Gesellschaft verworfenes. Jedoch geht es ihr, anders als in der transgressiven Kunst, nicht um einen reinen Schockeffekt, sondern das Bild der Menschheit zu vervollständigen und zur Diskussion zu stellen. Skandale um den Fall Giselle Pelicot oder auch die MeToo-Debatte um Harvey Weinstein und der Fall Epstein zeigen, wie tief das Verworfene in menschlichen Gesellschaften verwurzelt ist. Aber auch die Faszination für Body-Horrorfilme wie SAW oder Hostel zeigen dies.
Anne van der Linden über ihre Arbeit:
Meine Arbeiten sind von mittelalterlichen Stichen und dem deutschen Expressionismus beeinflusst, aber auch von zeitgenössischen Künstlern wie Robert Crumb und Roland Topor. Sie sind ein Theater menschlicher Leidenschaften, das Impulse, Sexualität, Tod und Machtverhältnisse erforscht und mit Bildern des Alltags verknüpft. Meine Kunst ist eine intime und introspektive Auseinandersetzung mit meiner Präsenz in der Welt. Im Zentrum meiner Arbeiten komponiert sich der Körper neu, entsprechend den Erzählungen, die ich ihm biete, und erinnert an Rituale mit ihrer Choreografie, ihren Symmetrien und ihrer Symbolik, die an die Karten eines imaginären Tarots erinnern. Tiere nehmen einen festen Platz ein, sowohl als stille Zeugen der Szene als auch als Symbole für das gestörte Gleichgewicht zwischen der menschlichen Spezies und der Natur. Meine Identität als Frau durchdringt ebenfalls meine Arbeit, in der ich die Zustände weiblicher Begierde erforsche.
Dabei bringt die Drastik der Kunst Anne van der Linden sie in eine prekäre Lage. Aufgrund ihrer Themenwahl und aufgrund der Drastik ihrer Darstellungen ist sie gezwungen ihre Arbeit zu erläutern und sich zu positionieren. Damit wird sie Teil des politischen Diskurses. Dieser Umstand wird noch dadurch verstärkt dass sie als Frau keine ästhetisierten oder intellektualisierten Darstellungen präsentiert und damit eine Distanzierung erlaubt. Dieser Bruch mit der Erwartungshaltung an Künstlerinnen, macht sie auch in der feministischen Mainstreamdebatte zu einer umstrittenen Künstlerin. Da ist einerseits der Bruch mit den Rollenerwartungen an die Kunst von Frauen. Feministisch ja gerne! Politisch ja auch! Aber bitte schmerzfrei und nicht drastisch, explizit oder gar vulgär und obszön.
Kulturnetz freut sich darüber die erste Soloausstellung dieser Künstlerin in Deutschland präsentieren zu können.
WEB: https://www.annevanderlinden.net/. https://kulturbuero-bremen.de